Reha

Von 25.4.2019 - 5.7.2019 war ich auf Reha in Bad Häring.

Die anstrengenste Zeit meines Leben! - jeden Tag am Rande, anfangs eher darüber hinaus, der Erschöpfung! Der Geist ist sooooo willig zu gehen, doch der Körper so schwach!

Sich neu zu ordnen, wieder Sinn im Leben zu finden, alles gar nicht so leicht! Für immer eine Last, oder doch mehr als das? Das neue Leben lebenswert? Dem neuen Leben eine Chance geben!  Schön gesagt, oft schwer umgesetzt!

Sicher, schlimmer geht immer! Ich hatte verdammtes Glück - aber Glück wäre doch, wenn keine Einschränkung bleiben würde, aber was solls, das Schicksal ist leider ein mieser Verräter, mach das beste daraus!!

Jawohl, das habe ich dann auch so getan, jeden Tag ging etwas mehr, am Ende konnte ich Zuhause die Stiege in den 1. Stock bezwingen und wieder nach Hause kommen!

Bewaffnet mit 2 Stöcken konnte ich wieder ein paar Schritte gehen, doch leider wurde mir dann erst Zuhause schmerzlich klar, dass ich ohne einen Rolli mein Leben wohl nicht bewältigen konnte. Da war er nun, der von mir Anfangs verhasste Rollstuhl - dieses verdammte Ding wollte ich doch auf gar keinen Fall! Mittlerweile sind wir recht gute Freunde geworden und ich kann mich gut damit arrangieren und meinen Alltag und die Freizeit viel besser damit gestalten!

Aber das musste ich eben auf die harte Tour lernen, wäre ja auch nicht mein Naturell einfach so auf andere zu hören :-)

 

Was ich hier noch mehr als betonen möchte ist, dass das gesamte Team der Rehaklinik Bad Häring einfach nur klasse ist. Jeder Therapeut kennt seinen Schützling und weiß genau wie er ihn nehmen muss. Jede Laune, jede Traurigkeit wird erkannt und darauf reagiert! Aus jedem wird das beste heraus geholt. 1000% in Guten Händen!!! Herzlichkeit steht ganz oben!! 

Auch das Team auf Station 2 ist spitze! Fast alles wird möglich gemacht (auch für mich wurde immer ein schnarchfreies Nachtlager gesucht🤪) Für alle Sorgen immer ein freies Ohr. DANKE

Häring ist wie ein geschützter Bereich, alles super barrierefrei gestaltet, keiner sieht einen schief an, wenn man mit dem Rolli vorbei fährt oder vorbei humpelt. Eine kleine heile Welt für sich, doch leider ist die Realität härter! Die echte Welt hält einen schon auf Trab, dort eine Stufe, dort eine Erhöhung, Kies, Schnee - alles andere als easy cheesie. Aber Augen zu und durch!! Das Leben ist kein Ponyhof! Man glaubt ja gar nicht wie doof die Menschen klotzen können, wenn man im Rolli vor fährt und aufsteht - sich die Stöcke nimmt und ein paar Schritte "geht"! Aber Gehen ist nicht gleich Gehen!! Wenn die Beine plötzlich nicht mehr das machen (können) was man will! Shit Happens - DAS LEBEN GEHT WEITER!! Anders, aber es geht. Manchmal kann man das besser akzeptieren und manchmal schlechter. 

 

Letzte Reha und der Weg zur C-Brace

Nach meiner Halswirbelsäulenoperation Ende Februar 2026 war vieles zunächst wieder neu. Die Hände wurden etwas besser, gleichzeitig veränderte sich die Situation in den Beinen. Die Spastik, die mir früher trotz aller Nachteile beim Gehen teilweise Stabilität gegeben hatte, war deutlich geringer. Dadurch wurde mein Gang unsicherer, vor allem das rechte Knie ging immer wieder stark in die Überstreckung. Ende Mai kam ich deshalb erneut zur Rehabilitation. Der große Durchbruch blieb dort zwar aus, aber bei einer Gangvisite brachte eine Neurologin erstmals die C-Brace als mögliche Unterstützung ins Gespräch. Bis dahin hatte ich von einer solchen Orthese noch nie gehört.

Therapeutin und Orthopäde waren zunächst eher skeptisch und meinten, dass dieses System bei mir wahrscheinlich nicht infrage kommen würde. Damit wollte ich mich aber nicht zufriedengeben, ohne selbst genauer nachzuforschen. Noch im Rehazimmer begann ich zu recherchieren, suchte in sozialen Medien nach Menschen, die eine C-Brace im Alltag verwenden, schrieb sie an und fragte nach ihren Erfahrungen, Vorteilen und Nachteilen. Die Rückmeldungen waren sehr ähnlich: Eine solche Orthese funktioniert nicht einfach von selbst. Es braucht viel Training, Zeit und Ehrgeiz. Genau darin sah ich für mich allerdings kein Hindernis.

Daraufhin nahm ich direkt Kontakt zu Ottobock auf und schickte Videos meines Gangbildes. Beim ersten Termin wurden zunächst Unterschenkelorthesen getestet – ohne Erfolg. Im Gegenteil, mein Knie geriet noch stärker in die Überstreckung. Auch bei einem zweiten Termin wurden verschiedene Systeme ausprobiert, doch die Spastik und die volle Streckung des Beines blieben das Hauptproblem. Meine Hoffnung wurde zu diesem Zeitpunkt schon deutlich kleiner.

Dann wurde schließlich doch noch eine C-Brace-Testorthese ausprobiert. Sie war zwar schwer, aber bereits beim ersten Gehversuch zeigte sich ein deutlicher Unterschied: Das Bein ging nach vorne statt seitlich, das Knie blieb kontrollierter, die Überstreckung blieb aus – und auch die Spastik trat bei diesem Versuch nicht auf. Zum ersten Mal hatte ich wieder das Gefühl, dass dieses Hilfsmittel tatsächlich etwas verändern könnte. Die C-Brace wird meinen Rollstuhl nicht ersetzen, aber vielleicht kann sie mir mehr Kontrolle, weniger Sturzgefahr und wieder ein Stück mehr Sicherheit beim Gehen ermöglichen – vielleicht sogar einmal einen kleinen Spaziergang neben Christian, auf Augenhöhe.

1. Testung mit der C-brace