Gedanken und Bilder

9.1.2021

Winter - ich liebte den Winter, der Duft des Schnees, das Geräusch unter den Schuhen, der 1. Schwung den die Skier auf die frisch präperierte Piste zeichneten! Traumhaft!!

Und jetzt, furchtbar! Die schlimmste Jahreszeit für einen Menschen, der in seiner Gehfähigkeit eingeschränkt ist! Alles ist rutschig, viel zu kalt - Kälte -Spastik -Schmerzen. Na toll, so habe ich mir das nicht vorgestellt. In den eigenen vier Wänden eingesperrt! Momentan fühlt sich alles so schlecht an, das kannte ich so nicht von mir. Das Schicksal kommt mir gerade doch ziemlich grausam vor. Ich hatte so viel vor, alles steht vor einer Wand, an der ich nicht vorbei komme! Ich fühle mich so gefangen in meinem eigenen Körper!

Zumindest wird sich unsere Wohnsituation ändern, alles wird barierrefrei. Baubeginn soll im April sein, bin mal gespannt wie das wird!?! Leider sehen das nicht alle positiv, es gibt sie wirklich, die Menschen, die einem das nicht vergönnen! Die glauben, man schlägt aus dieser Situation Profit! NEIN, ich würde alles geben, mein altes Leben wieder zu haben! Und es ist auch nicht erstrebenswert, mit gut 40 Schulden zu machen, um sich das Leben leichter zu machen! Alles war vor dem Unfall perfekt, doch jetzt? Momentan habe ich echt eine Selbstfindungskrise!

21.12.2020

Es gibt sie doch die kleinen Weihnachtswunder!!! Das Rehageld wurde mir genehmigt, endlich bekomme ich wieder regelmäßig Bezüge.

Und wir haben uns dazu entschieden neu zu bauen, barrierefrei!!! Endlich wieder ein selbständiges Leben, die Einkäufe selbst versorgen, den Müll hinaus tragen, sich auf die Terasse setzten! EIN TRAUM

Den Baugrund haben wir schon, sind nun fleissig am Planen. Und Wahnsinn!, die Baukosten sind explodiert - unbeschreiblich wie teuer alles ist!! Ein bisschen Startkapital haben wir auf Grund der Unfallvericherung, den Rest müssen wir halt fremd finanzieren, es hilft nicht, aber ich will endlich wieder selbständig sein!!!

6.10.2020

Manche Tage scheinen still zu stehen, vieles so ungewiss, viele Fragen offen - mit all den Sorgen steht man völlig alleine in unserem Sozialstaat. Echt schwierig! 

Wie geht es weiter? 🤔 Mein Alltag ist geprägt von sooooo vielen Stufen, viel zu vielen! Auf Dauer nicht bewältigbar😔. Unser Haus - super fantastisch, wenn man körperlich nicht eingeschränkt ist, aber für mich jeden Tag aufs neue ein Alptraum! Wenn man da schon die meiste Energie verbraucht, bleibt für den restlichen Tag nicht mehr viel übrig. Leider ist unser Daheim, um es behindertengerecht umzubauen echt 💩gebaut. Was bleibt für ein Ausweg? Neubau? Wie soll sich das finanziell ausgehen? Fragen über Fragen.......

16.9.20

Es gibt sie, diese Tage der Verzweiflung, an denen alles zu viel wird! Wenn man glaubt, man erstickt an der Angst, was noch alles kommen wird! Aber ich denke, das ist ganz normal. 

Ich kann min nicht vorstellen, das man sich nicht wünscht, alles wäre wie vor dem Unfall, einfach die eine Sekunde ungeschehen zu machen. Sicher, man arrangiert sich mit dem neuen Leben, aber insgeheim hofft man mehr! 

Einfach nicht jeden Tag vom Alltag überrollt zu werden, was würde ich darum geben? 

Manchmal fühlt sich dieses neue Leben wie ein zäher Nebel an, durch den man einfach nicht durchbrechen kann!